Direct Memory Access
Aus Lowlevel
Direct Memory Access (Abkürzung: DMA) ist eine Methode um einfache Kopiervorgänge, von Geräten zum Speicher oder umgekehrt, mit einem extra Chip anstelle der CPU zu vollziehen. Dadurch ist die CPU während des Kopierens nicht ausgelastet und kann anderweitig verwendet werden. Dies ist insbesondere bei Betriebssystemen wichtig, die Multitasking verwenden, da sonst der Prozesswechsel beispielsweise bei Festplattenzugriffen verzögert werden müsste.
Inhaltsverzeichnis |
Physikalischer Aufbau
Für DMA-Transfere wurde in früheren PCs ein Chip mit der Bezeichnung 8237A verwendet. Im Laufe der Zeit wurde ein weiterer Controller hinzugefügt und die Hardware in den Chipsatz integriert. Die beiden Controller sind miteinander verbunden, einer von ihnen arbeitet als Master, der andere als Slave. Jeder der beiden Controller stellt vier sog. Channel, also Kanäle, zur Verfügung. Dadurch sind parallele und unabhängige Übertragungen möglich.
Vor einer Datenübertragung muss der Controller richtig programmiert bzw. initialisiert werden. Die meisten Einstellungen, die hierfür nötig sind, können für jeden Channel einzeln geändert werden; das heißt, dass alle Channel unabhängig voneinander programmiert werden müssen und unabhängig voneinander die Daten übertragen.
Der eigentliche Transfer wird in der Regel von dem mit diesem Channel verbundenen Stück Hardware gestartet. Dafür hat jeder Controller vier Leitungen mit den Namen DREQ0 bis DREQ3, die den Transfer über den entsprechenden Channel starten. Alternativ kann dieses Signal auch per Software emuliert werden, um die Datenübertragung manuell zu starten. Dazu wird das Requestregister benötigt, das weiter unten beschrieben wird. Die Übertragung wird beendet, wenn die vorab definierte Datenmenge übertragen wurde oder wenn ein Signal auf der EOP-Leitung des Controllers ankommt, d.h. die Übertragung von der Hardware aus beendet wird.
Programmierung der Controller
Übersicht
Die folgende Tabelle ist eine Übersicht über alle Ports, die von den beiden Controllern belegt werden. Master- und Slave-Controller verwenden dabei verschiedene Ports. Weiterhin muss beachtet werden, dass die vier Channel pro Controller ebenfalls etliche getrennte Ports verwenden. So kommt ingesammt eine vergleichsweise hohe Zahl an Ports zusammen.
Mit "Zugriff" ist der Assemblerbefehl gemeint, mit dem auf den Port zugegriffen werden kann. Diese Spalte gibt an, ob lesend oder schreibend zugegriffen wird. Die Spalte "Größe" gibt an, wieviele Bits das entsprechende Register umfasst. Auch wenn hier 16 stehen sollte, wird nur byteweise mit den DMA-Controllern kommuniziert - siehe dazu die Beschreibung des Flip-Flop-Registers.
| Name des Registers | Port Slave | Port Master | Zugriff | Größe | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Startadresse | Ch 0: 0x00 | Ch 0: 0xC0 | out | 16 | Die Startadresse des Buffers für die Daten |
| Ch 1: 0x02 | Ch 1: 0xC2 | out | 16 | ||
| Ch 2: 0x04 | Ch 2: 0xC4 | out | 16 | ||
| Ch 3: 0x06 | Ch 3: 0xC6 | out | 16 | ||
| Zähler | Ch 0: 0x01 | Ch 0: 0xC1 | out | 16 | Anzahl der Bytes, die übertragen werden sollen, minus eins |
| Ch 1: 0x03 | Ch 1: 0xC3 | out | 16 | ||
| Ch 2: 0x05 | Ch 2: 0xC5 | out | 16 | ||
| Ch 3: 0x07 | Ch 3: 0xC7 | out | 16 | ||
| Aktuelle Adresse | Ch 0: 0x00 | Ch 0: 0xC0 | in | 16 | Die Aktuelle Adresse. Sie gibt an, wo der DMA-Controller gerade liest oder schreibt |
| Ch 1: 0x02 | Ch 1: 0xC2 | in | 16 | ||
| Ch 2: 0x04 | Ch 2: 0xC4 | in | 16 | ||
| Ch 3: 0x06 | Ch 3: 0xC6 | in | 16 | ||
| Aktueller Zähler | Ch 0: 0x01 | Ch 0: 0xC1 | in | 16 | Der momentane Zählerstand gibt an, wie viele Bytes noch verbleiben |
| Ch 1: 0x03 | Ch 1: 0xC3 | in | 16 | ||
| Ch 2: 0x05 | Ch 2: 0xC5 | in | 16 | ||
| Ch 3: 0x07 | Ch 3: 0xC7 | in | 16 | ||
| Page | Ch 0: 0x87 | Ch 0: 0x8F | out/in | 8 | Da sich mit Hilfe der Startadresse nur ein 16bit-Adressraum ansprechen lässt, also 64KiB, kann hierüber eine Page festegelegt werden. Die Startadresse wird also auf eine 24bit-Adresse erweiter, womit sich immerhin 1MiB ansprechen lässt. Dieses 8bit-Register nimmt dabei die Bits 16-23 dieser Adresse auf. |
| Ch 1: 0x83 | Ch 1: 0x8B | out/in | 8 | ||
| Ch 2: 0x81 | Ch 2: 0x89 | out/in | 8 | ||
| Ch 3: 0x82 | Ch 3: 0x8A | out/in | 8 | ||
| Status | 0x08 | 0xD0 | in | 8 | Liefert Statusinformationen zum DMA-Controller (siehe dazu unten) |
| Befehle | 0x08 | 0xD0 | out | 8 | Befehle, die der Controller ausführen soll, werden hierein geschrieben (für eine Liste der Befehle siehe unten) |
| Controller zurücksetzen | 0x0D | 0xDA | out | - | Durch Schreiben in dieses Register wird ein Reset des entsprechenden Controllers durchgeführt |
| Flip-Flop | 0x0C | 0xD8 | out | 8 | Dieses Register ist nötig, um mit 8bit-Zugriffen, die 16bit-Register zu verwenden. Vor dem Zugriff auf ein 16bit-Register sollte eine Null an dieses Register gesendet werden. Dadurch wird der Flip-Flop des Controllers zurückgesetzt und es wird beim anschließenden Zugriff auf ein 16bit-Register das Low-Byte adressiert. Der Controller wird das Flip-Flop-Register danach selbstständig auf Eins setzen, wodurch der nächste Zugriff das High-Byte adressiert. Dies ist sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben aus bzw. in 16bit-Register nötig. |
| Transfermodus | 0x0B | 0xD6 | out | 8 | Über dieses Register kann der Übertragungsmodus für einen Channel und einige weitere ergänzende Details zum Befehl, der an das Befehlsregister gesendet wird, festgelegt werden (Für eine genaue Beschreibung siehe unten) |
| Maskierung eines Channels | 0x0A | 0xD4 | out | 8 | Hierüber kann ein einzelner Channel maksiert, also deaktiviert, werden. Dies sollte immer(!) getan werden, wenn der Controller auf einen Transfer vorbereitet wird, um gleichzeitige Zugriffe von mehreren Programmen zu unterbinden. Die Bits 0 und 1 enthalten dabei die Nummer des Channels, dessen Status geändert werden soll. In Bit 2 wird angegeben, ob der gewählte Channel aktiviert (0) oder deaktiviert (1) werden soll. |
| Maskierung mehrerer Channel | 0x0F | 0xDE | out | 8 | Dieses Register hat die gleiche Funktion wie das Maskierungsregister oben, aber mit dem Unterschied, dass mit Hilfe dieses Registers der Zustand meherer Channel gleichzeitig geändert werden kann. Bit 0 bis 3 geben dabei an, ob der entsprechende Channel (0-3) aktiviert (0) oder deaktiviert (1) werden soll. Hierbei muss aufgepasst werden, dass nicht aus Versehen ein Channel irrtümlicherweise (de)aktiviert wird, dessen Status eigentlich unverändert bleiben soll. |
| Request | 0x09 | 0xD2 | out | 8 | Dieses Register ermöglicht es, einen Transfer mittels Software auszulösen. Für den Aufbau des zu sendenen Bytes siehe unten |
Aufbau der zusammengesetzten Bytes
Statusregister
Das Statusregister enthält einige Informationen über die Channel des jeweiligen Controllers. Es ist ein Byte groß und ist folgendermaßen zusammengesetzt:
| Bit | Beschreibung bei gesetztem Bit |
|---|---|
| 0 | Terminal Count bei Channel 0 erreicht |
| 1 | Terminal Count bei Channel 1 erreicht |
| 2 | Terminal Count bei Channel 2 erreicht |
| 3 | Terminal Count bei Channel 3 erreicht |
| 4 | DMA-Request für Channel 0 |
| 5 | DMA-Request für Channel 1 |
| 6 | DMA-Request für Channel 2 |
| 7 | DMA-Request für Channel 3 |
Mit Terminal Count ist das Umspringen des Zählers von 0x0000 auf 0xFFFF bzw. von 0xFFFF auf 0x0000 - je nach Zählrichtung - gemeint. Wenn dies der Fall ist wird die Übertragung beendet.
Die DMA-Request-Bits sind auf Eins gesetzt, wenn das dem Channel zugehörige Gerät eine Übertragung per Hardwaresignal starten möchte.
Befehlsregister
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Transfermodusregister
Mit Hilfe des Transfermodusregisters lassen sich etliche Einstellungen zu jedem Channel bearbeiten. Dazu wird ein Byte nach dem folgenden Schema zusammengesetzt und an den entsprechenden Port geschickt.
| Bit | Beschreibung |
|---|---|
| 0-1 | Channelnummer |
| 2-3 | Transferrichtung: |
| 00 = Verifizieren: Selbsttest des Controllers | |
| 01 = Schreiben: Vom Gerät zum RAM | |
| 10 = Lesen: Von RAM zum Gerät | |
| 11 = undefiniert | |
| 4 | Autoinitialisierung |
| 5 | Zählrichtung: |
| 0 = Adressregister wird inkrementiert, es wird aufwärts gezählt | |
| 1 = Adressregister wird swkrementiert, es wird abwärts gezählt | |
| 6-7 | Transfermodus: |
| 00 = Demand-Transfer | |
| 01 = Einzel-Transfer | |
| 10 = Block-Transfer | |
| 11 = Kaskadierung |
Autonitialisierung: Wenn das Autoinitialisierungsbit gesetzt ist, wird beim Eintreten des Terminal Counts oder bei einem Signal auf der EOP-Leitung die Startadresse und der Zähler auf den zuletzt einprogrammierten Wert zurückgesetzt. Das kann beispielsweise für den Floppy-Treiber interessant sein; der gleiche Buffer wird immer wieder verwendet und der Zähler wird nach jedem Lese- oder Schreibvorgang auf die Sektorlänge zurückgesetzt.
Requestregister
Das Requestregister wird verwendet, um einen Transfer manuell per Software auszulösen. Dazu wird ein Byte an den entsprechenden Port geschickt, das so aufgebaut ist:
| Bit | Beschreibung |
|---|---|
| 0-1 | Channelnummer |
| 2 | Request-Bit: |
| 0 = Kein Request | |
| 1 = Request; das ist das, was wohl in allen Fällen gewollt ist | |
| 3-7 | ungenutzt, sollte Null sein |
Alles zusammensetzen: Vorbereiten einer Übertragung
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Beispiel
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