Pascal
Aus Lowlevel
Anders als oft behauptet, ist Pascal eine Programmiersprache, die durchaus auch für die Lowlevel-Entwicklung geeignet ist. Allerdings stehen die Funktionen der Standardbibliothek nicht zur Verfügung. Als Daumenregel kann man festhalten, dass Pascal in diesem Zustand ähnlich mächtig wie C ist.
Beispielkernel in Pascal
Zunächst kernel.pas - der eigentliche Kernel, der ein Zeichen ausgibt.
program kernel; type tScreen = array[1..25, 1..80] of record c: char; attr: byte; end; var screen: ^tScreen; begin screen := Pointer($B8000); screen^[1, 1].c := '#'; end.
Das war der einfache Teil. Als nächstes brauchen wir eine eigene system-Unit, die allerdings für den Anfang nur zwei Stubs bereitstellen muss. system.pas:
unit system; interface procedure FPC_INITIALIZEUNITS; compilerproc; procedure FPC_DO_EXIT; compilerproc; implementation procedure FPC_INITIALIZEUNITS; alias: 'FPC_INITIALIZEUNITS'; compilerproc; begin end; procedure FPC_DO_EXIT; alias: 'FPC_DO_EXIT'; compilerproc; begin end; end.
Und der dritte Teil ist ein Assembler-Stub, prt0.asm:
extern PASCALMAIN global _start section .text _start: ; Stack initalisieren mov esp, kernelstack call PASCALMAIN jmp $ multiboot_header: align 4 MULTIBOOT_MAGIC equ 0x1BADB002 MULTIBOOT_FLAGS equ 0x03 MULTIBOOT_CHECKSUM equ -MULTIBOOT_MAGIC-MULTIBOOT_FLAGS dd MULTIBOOT_MAGIC dd MULTIBOOT_FLAGS dd MULTIBOOT_CHECKSUM section .bss resb 16384 kernelstack:
Anschließend müssen diese drei Dateien kompiliert/assembliert und gelinkt werden. Das ist der Punkt, der mir noch nicht so ganz gefällt, weil ich ld eigentlich nicht von Hand aufrufen müssen will, um text=0x100000 setzen zu können.
nasm -felf prt0.asm fpc kernel ld -Ttext=0x100000 *.o -o kernel
